Eisen-III-chlorid (CAS-Nr. 7705-08-0) ist ein wichtiger chemischer Grundstoff mit zahlreichen Anwendungen in der Industrie, Abwasseraufbereitung, Elektronikfertigung und Analytik. Seine starke oxidative Wirkung sowie seine Fähigkeit, Schwermetalle zu fällen und organische Verbindungen zu chlorieren, machen es zu einem wertvollen Reagenz in verschiedenen technischen Prozessen.
In diesem Beitrag stellen wir Eisen-III-chlorid ausführlich vor – von den chemischen Eigenschaften über die Herstellung bis hin zu industriellen Anwendungen und Sicherheitsaspekten. Unser Ziel ist es, einen fundierten Überblick zu bieten, der sowohl für Einkäufer als auch für technische Anwender relevant ist.
Chemische Eigenschaften von Eisen-III-chlorid
- Summenformel: FeCl₃
- Molare Masse: 162,20 g/mol
- Aussehen: dunkelbraune bis schwarze Kristalle oder gelbe bis rötlich-braune Lösung
- Schmelzpunkt: 306 °C
- Siedepunkt: zersetzt sich vor dem Sieden
- Löslichkeit: sehr gut löslich in Wasser, exotherm
- CAS-Nr.: 7705-08-0
- EG-Nr.: 231-729-4
- UN-Nr.: 2582 (Lösung)
Eisen-III-chlorid liegt im festen Zustand als ionisches Salz vor. In Wasser dissoziiert es stark exotherm zu Eisen- und Chloridionen, wobei durch Hydrolyse auch Chlorwasserstoff (HCl) entstehen kann. Die wässrige Lösung ist stark sauer (pH < 2) und zeigt eine gelb-braune Färbung.
Anwendungen von Eisen-III-chlorid
Eisen-III-chlorid zählt zu den vielseitigsten anorganischen Verbindungen. Hier sind die wichtigsten industriellen Anwendungsbereiche:
Abwasser- und Trinkwasserbehandlung
Ferrichlorid ist ein weit verbreitetes Fällungs- und Koagulationsmittel in der Wasseraufbereitung. Es dient zur Entfernung von:
- Phosphaten (Vermeidung von Eutrophierung)
- Schwermetallen
- Schwebstoffen und organischen Verbindungen
Durch die Reaktion mit Hydroxidionen bildet sich Eisenhydroxid, das als Flockungsmittel wirkt:
FeCl₃ + 3 H₂O → Fe(OH)₃↓ + 3 HCl
Die entstehenden Flocken binden Schadstoffe und können leicht abfiltriert oder abgeschieden werden. Eisen-III-chlorid wird dabei sowohl in kommunalen Kläranlagen als auch in industriellen Abwässern eingesetzt.
Elektronik- und Leiterplattenindustrie
In der Elektronik wird Eisen-III-chlorid als Ätzmittel verwendet – insbesondere für Kupfer:
Cu + 2 FeCl₃ → CuCl₂ + 2 FeCl₂
Dieser Prozess ist entscheidend bei der Herstellung von Leiterplatten (Printed Circuit Boards, PCB). Eisen-III-chlorid ist dabei wegen seiner guten Ätzpräzision und geringen Umweltbelastung gegenüber Alternativen wie Chromsäure oder Salpetersäure beliebt.
Chemische Synthese
In der organischen Chemie dient Eisen-III-chlorid als:
- Katalysator bei Chlorierungen, Friedel-Crafts-Reaktionen
- Oxidationsmittel für organische Substrate
- Reagenz bei der Synthese von Farbstoffen und pharmazeutischen Zwischenprodukten
Durch seine Elektronenakzeptorfähigkeit wird FeCl₃ häufig als Lewis-Säure eingesetzt.
Metallurgie und Oberflächenbehandlung
In der Metallindustrie findet Eisen-III-chlorid Anwendung bei:
- Beizprozessen zur Entfernung von Oxidschichten
- Herstellung von Eisenkomplexen
- Fällung von Phosphaten in Prozesswässern
Es kann zudem in der Galvanotechnik zur Oberflächenvorbehandlung von Metallteilen eingesetzt werden.
4. Formen und Gebinde
Es wird in verschiedenen Qualitäten und Formen angeboten:
| Produktform | Eigenschaften | Einsatzbereiche |
|---|---|---|
| Feste Kristalle | hygroskopisch, ätzend | Labor, chemische Synthesen |
| Lösung 38–40 % | mit geringen Verunreinigungen | Kommunale Kläranlagen, Industrieabwässer, Abwasserbehandlung, Ätztechnik |
| Elektronikqualität | hochrein, geringste Verunreinigungen | Leiterplattenherstellung |
Gebindegrößen reichen von Kanister über Fässer und IBC-Containern (1000 L) bis zu Tankwagen
Sicherheits- und Umweltaspekte
Eisen-III-chlorid ist als ätzend und umweltgefährlich eingestuft. Die wichtigsten Gefahren:
- Ätzend auf Haut, Augen und Schleimhäute
- Gefährlich für Wasserorganismen, besonders in konzentrierter Form
- Reagiert exotherm mit Wasser
- Bildet HCl-Dämpfe bei Kontakt mit Feuchtigkeit
GHS-Kennzeichnung:
- Signalwort: Gefahr
- H-Sätze:
- H290: Kann gegenüber Metallen korrosiv sein
- H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.
- H314: Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden
- H315: Verursacht Hautreizungen.
- H317: Kann allergische Hautreaktionen verursachen.
- H318: Verursacht schwere Augenschäden
- H400: Sehr giftig für Wasserorganismen
6. Nachhaltigkeit und Alternativen
Eisen-III-chlorid wird trotz seiner Gefahrenpotenziale in der Umwelttechnik geschätzt, da es bei richtiger Anwendung zur Reduzierung von Phosphor und Schwermetallen beiträgt.
Eisen-III-chlorid bei Chemira GmbH
Die Chemira GmbH liefert Eisen-III-chlorid in verschiedenen Qualitäten und Konzentrationen – abgestimmt auf Ihre Anwendung:
- Technische Lösungen für kommunale und industrielle Kläranlagen
- Hochreine Lösungen für die Elektronikindustrie
- Kundenspezifische Verpackungseinheiten (IBC, Fass, lose Tankware)
- Schnelle Verfügbarkeit ab Lager Schweiz oder direkte Lieferung ab Werk
Ihre Vorteile bei Chemira:
- Flexible Liefermengen
- Kurze Lieferzeiten
- Technische Beratung zur Anwendung
Es ist ein äußerst vielseitiges chemisches Produkt mit breitem Einsatzspektrum – von der Wasserbehandlung über die Elektronik bis zur organischen Synthese. Trotz seiner Gefahreneigenschaften ist es bei sachgerechter Handhabung ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Industrieprozesse.
Wenn Sie Eisen-III-chlorid kaufen möchten oder Fragen zur optimalen Anwendung haben, unterstützt Sie das Team der Chemira GmbH mit kompetenter Beratung und zuverlässiger Belieferung.


